Ist Bambus wirklich so nachhaltig?


Hallo und herzlich willkommen zu unserem kleinen aber feinen Faktencheck.

Wir von Ecofray haben uns lange mit der Frage der Nachhaltigkeit von Bambusprodukten beschäftigt. Wie ihr wisst sind wir dabei zu dem Schluss gekommen, dass für langlebige Produkte die Verwendung von Bambusholz eine nachhaltige und umweltfreundliche Alternative ist. Da es eine Vielzahl wissenschaftlicher und nicht-wissenschaftlicher Artikel zu dem Thema gibt, wollen wir hier die wichtigsten Argumente, die uns zu der Entscheidung bewogen haben, mit euch teilen.

Bambus ist die nachhaltigste Pflanze auf unserem Planeten. 

  1. Bambus ist im Gegensatz zur Eiche oder Buche kein Baum, sondern ein Gras 
  2. Bambus wächst dadurch bis zu 1 Meter pro Tag und steht dafür auch im Guinness Buch der Rekorde
  3. Durch dieses schnelle Wachstum bindet Bambus bis zu 35% mehr CO-2 als ein Baum
  4. Bambus braucht wenig Pestizide und wenig Wasser für dieses schnelle Wachstum
  5. Das einzigartige Wurzelsystem von Bambus verbessert die Bodenqualität

Bambuswald

    Je langlebiger das Produkt, desto nachhaltiger ist die Wahl von Bambus

    1. Bambus kommt nach wie vor hauptsächlich aus Asien, wird jedoch aufgrund der oben genannten Argumente vermehrt in Afrika und Lateinamerika angebaut. 
    2. Dadurch sind die Transportwege natürlich lang, sodass beispielsweise für eine Zahnbürste die Wahl von Bambusholz nicht die nachhaltigste ist, für ein Möbelstück oder Parkett die enorme Nachhaltigkeit den langen Transportweg jedoch mehr als wegmacht.
    3. Nachwachsende Rohstoffe wie Bambus sind, unabhängig von den Transportwegen, die nachhaltigere Alternative zu Kunststoffen wie Plastik, das zum Großteil in einem CO-2-intensiven Prozess aus Erdöl hergestellt wird. 

    Wir hoffen, die oben genannten Fakten konnten euch ein wenig Klarheit bringen. Abschließend möchten wir vor allem auf die folgenden Punkte hinweisen:

    • Für eine fundierte Analyse der Nachhaltigkeit eines Produktes bedarf es immer einer ganzheitlichen Betrachtung des Produktlebenszyklus (Stichwort Cradle-to-Grave oder Cradle-to-Cradle)
    • Eine solche Betrachtung ist zumeist sehr annahmenbasiert.
    • In der Realität entscheidet stets der individuelle Umgang mit dem Produkt über dessen Nachhaltigkeit.

     


    Hinterlasse einen Kommentar